Fair Reisen und Nachhaltigkeit
Was bedeutet Nachhaltigkeit bei WomenFairTravel?
Nachhaltigkeit ist für uns kein einzelnes Merkmal einer Reise und auch kein Ist-Zustand, den man irgendwann einfach erreicht. Wir verstehen sie als Leitlinie für unser Unternehmen und betrachten dabei ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte des Reisens gemeinsam.
Wir sehen uns als Teil einer Bewegung, die Tourismus anders gestalten möchte: verantwortungsvoller gegenüber Umwelt und Klima, respektvoll gegenüber den Menschen in den Reiseländern und wirtschaftlich fair gegenüber denjenigen, die eine Reise möglich machen.
Dabei wissen wir, dass Reisen immer Auswirkungen hat. Nicht alle davon lassen sich vermeiden und nicht jeder Zielkonflikt einfach auflösen. Deshalb möchten wir genau hinschauen, unsere Arbeitsweise regelmäßig überprüfen und dort Veränderungen anstoßen, wo wir Einfluss nehmen können.
Ökologisch: vermeiden, reduzieren und Verantwortung übernehmen
Reisen verbraucht Ressourcen und verursacht Emissionen. Deshalb beschäftigen wir uns sowohl bei der Entwicklung unserer Reisen als auch in unserem Büroalltag damit, wo wir Belastungen vermeiden oder reduzieren können.
Seit 2024 ist bei allen von uns selbst veranstalteten Flugreisen ein Beitrag an die Klimaschutzorganisation atmosfair bereits im Reisepreis enthalten. Die entsprechende Zahlung wird von uns automatisch geleistet – unsere Kundinnen müssen nicht selbst aktiv werden.
Gleichzeitig ist für uns klar: Ein atmosfair-Beitrag macht einen Flug nicht emissionsfrei. Deshalb arbeiten wir daran, insbesondere für unsere europäischen Reiseziele Anreisen mit Bahn und anderen landgebundenen Verkehrsmitteln besser in unsere Reiseplanung einzubeziehen und unseren Kundinnen entsprechende Möglichkeiten aufzuzeigen.
Wo es zum Reisecharakter passt, möchten wir außerdem längere Aufenthalte und langsameres Reisen fördern. Nicht möglichst viel in möglichst kurzer Zeit, sondern Zeit für einen Ort, eine Landschaft und die Menschen, die dort leben.
Auch im Büroalltag setzen wir auf konkrete Maßnahmen: Wir verzichten auf gedruckte Reisekataloge und umfangreiche Printwerbung und arbeiten weitgehend papierlos.
Darüber hinaus arbeiten wir an einer neuen Nachhaltigkeitszertifizierung. Der damit verbundene Prozess hilft uns, unsere eigene Arbeit systematisch zu überprüfen, Ziele zu formulieren und konkrete Verbesserungen umzusetzen.
Sozial: Begegnung braucht Zeit und eine überschaubare Gruppe
Unsere Reisen finden in kleinen Gruppen statt, in der Regel mit 6 bis 14 Frauen.
Diese Gruppengröße ermöglicht eine andere Art des Reisens. Wir können kleinere Unterkünfte nutzen, mit lokalen Reiseleiterinnen arbeiten und Orte besuchen, an denen große Reisegruppen keinen Platz hätten. Vor allem aber entsteht Raum für persönliche Begegnungen.
Auf vielen Reisen treffen wir Frauenprojekte und lokale Initiativen, sprechen mit Unternehmerinnen, Künstlerinnen, Aktivistinnen oder Handwerkerinnen und erleben Geschichte und Gesellschaft auch aus weiblichen Perspektiven. Dabei geht es uns nicht darum, Menschen und Projekte als touristische Attraktion zu betrachten. Wir möchten zuhören, Fragen stellen und verstehen, was Frauen vor Ort bewegt und wie sie ihr eigenes gesellschaftliches Umfeld sehen.
Diese Perspektiven verändern oft auch unseren Blick auf ein Reiseland. Denn Geschichte besteht nicht nur aus Königen, Kriegen und großen Bauwerken. Sie besteht ebenso aus Alltagsleben, gesellschaftlichen Kämpfen, Familiengeschichten, Arbeit, Kunst, Widerstand und Veränderung.
Auch innerhalb unserer Gruppen entstehen Beziehungen. Viele Frauen reisen allein an und sind schon nach kurzer Zeit Teil einer Gemeinschaft. Es werden Telefonnummern ausgetauscht, Wiedersehen geplant und manchmal entstehen Freundschaften, die weit über eine Reise hinausreichen.
Auch darin liegt für uns ein Wert des gemeinsamen Reisens.
Wirtschaftlich: Tourismus soll möglichst vielen zugutekommen
Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Entscheidend ist für uns deshalb auch die Frage: Wer profitiert von einer Reise?
Wir arbeiten bevorzugt mit lokalen Agenturen und kleineren Unternehmen zusammen und beziehen, wo immer es möglich und sinnvoll ist, frauengeführte Unternehmen, Reiseleiterinnen, Gastgeberinnen und andere selbstständige Frauen in unsere Reisen ein.
Damit möchten wir dazu beitragen, dass touristische Einnahmen möglichst auch bei den Menschen und Unternehmen ankommen, die vor Ort arbeiten und die Reise mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer Gastfreundschaft gestalten. Bei den Familien in den Homestays in Hagi / Japan, bei den Bewohnerinnen von Dea Anova im tiefsten Himalaya oder bei den Frauen mit denen wir Salsa lernen im kleinen Dorf Juanimala in Costa Rica.
Faire Zusammenarbeit bedeutet für uns dabei mehr als einen Preis auszuhandeln. Wir möchten langfristige und verlässliche Partnerschaften aufbauen, offen kommunizieren und Leistungen angemessen honorieren.
Gerade im Tourismus übernehmen Frauen viele Aufgaben, die für ein gutes Reiseerlebnis entscheidend sind. Mit unseren Reisen möchten wir ihre Arbeit sichtbar machen und dazu beitragen, dass Frauen als Unternehmerinnen, Expertinnen, Reiseleiterinnen und Entscheidungsträgerinnen im Tourismus gestärkt werden.
